Review: Dreamcatcher in Berlin

Die kreativen Köpfe bei Happyface Entertainment hatten definitiv die richtige Idee, als sie ihre Gruppe MINX re-debütierten, mit einem neuen Konzept und Namen: Dreamcatcher.
Innerhalb eines Jahres schafften die Mädchen den Sprung von weitestgehender Unbekanntheit zu einer eigenen Europatour und sind nun die erste weibliche K-Pop-Gruppe mit einem Auftritt in Deutschland.

Risako und ich haben KMG dort repräsentiert. Ein großes Dankeschön an MyMusicTaste, die das ermöglicht haben!

Das Konzertpersonal hatte eine Tafel mit bunten Haftnotizen vor dem Theater platziert, wo InSomnias (der Fandomname) einige Fragen an Dreamcatcher aufschreiben konnten, bevor der Einlass began.
Bei unserer Ankunft tanzte eine kleine Gruppe Leute im Kreis um eine Stereoanlage, aus der verschiedene Songs schallten. Sie waren wahrscheinlich sicher vor einer Erkältung an diesem Tag, wohingegen mir beim Einstellen der Kamera die Hände froren. Es war nicht die ideale Temperatur, um draußen zu warten.

Glücklicherweise verlief das Event genau nach Zeitplan und kein Fan musste länger als nötig in der Kälte stehen. Im Inneren des Theaters angekommen, blieb genug Zeit zum Erwerb von Merch, obwohl die beliebten Artikel schnell ausverkauft waren. Wer keinen offiziellen Lightstick ergattern konnte, hatte dank einer Fanseite eine alternative Option. Jene Seite hatte noch weitere Projekte vorbereitet, auf die wir später zurückkommen.

Der Raum verwandelte sich in ein Meer aus violetten Lichtern, als Dreamcatcher die Bühne betrat. Angefangen mit „Chase Me“, stimmten sie die Menge sofort auf ihren charakteristisch dramatischen Rock-Pop ein. „Sleep-walking“ setzte seinen finsteren, EDM-geprägten Sound dazu. Die Mädels strahlten wilde Energie aus und das Publikum war bereits außer Rand und Band.

Nach diesem starken Auftakt verschwand die Gruppe kurz und ihre Fans konnten etwas Luft holen. Jedoch nicht lange; animiert durch die Dolmetscherin schrien alle Dreamcatchers Namen, worauf diese wieder auftauchten und sich vorstellten.

Ihre Fanseite hatte Banner mit einem süßen Motiv aus dem neuesten Titeltrack erstellt, daneben die Worte „I promise love“. Zu Beginn der ersten Talk-Session hielt das Publikum sie hoch und die Mädchen schienen entzückt. Weiter ging es mit den Liedern „Trust Me“ und „Lullaby“.

Als Mitarbeiter die Tafel mit den Fragen der Zuschauer hereinbrachten, schaltete die Gruppe in absoluten Fanservice-Modus und präsentierte unter anderem ihr bestes Aegyo. Es war nichts für schwache Nerven, InSomnias kreischten sich die Lungen aus dem Hals. Die Mädels diskutierten über ihre Vorlieben für Katzen vs. Hunde, optimale Urlaubsziele und beste Videospielcharaktere. Obwohl letzteres nur so richtig auf Siyeon zutraf, war der Beifall groß, nachdem sie sich als Spielerin von League of Legends offenbarte.

Ausschnitte aus ihrer aktuellen Lieblingsmusik zu singen war der perfekte Übergang zu einem Segment aus Covern. Dreamcatchers Interpretation zu Songs von Pink, Maroon 5, Taylor Swift und Girls‘ Generation, gekrönt von einem Tanzcover zu Imagine Dragons „Believer“, fügte sich nahtlos in ihre eigene Diskografie ein. Es war eine notwendige Einbindung, um eine ausreichend lange Setlist zu erhalten, doch es wirkte nicht erzwungen oder fehl am Platz. Ich habe vor allem ihre Livedarbietungen von „Lucky Strike“ und „Into the New World“ genossen, die auch als Special Clips auf YouTube veröffentlicht wurden.

Jedes der Mitglieder wählte zufällig einen glücklichen Zuschauer aus, der ein Polaroidfoto erhielt. Die Zeit war wie im Flug vergangen und die Show näherte sich ihrem Ende. „Emotion“, „Full Moon“ und „Fly High“ waren die letzten Tracks, bevor Dreamcatcher auf Wiedersehen sagte. Sie versprachen eine baldige Rückkehr, machten dies dann direkt mit einer Zugabe wahr. Noch immer besaßen sie eine beeindruckende Menge an Elan und lieferten eine zusätzliche explosive Performance mit „Good Night“.

Als Erinnerung für zu Hause hatte die oben erwähnte Fanseite Unterschriften von InSomnias auf einer Deutschlandflagge gesammelt. Die Mädchen hielten sie hoch und ich holte meine Kamera noch einmal hervor, um ein abschließendes Bild zu knipsen. Sie beendeten die Show endgültig mit einem weiteren Cover, das ein passendes Thema hatte: „Regret of the Times“ von Seo Taiji.


Mein Fazit

Dreamcatcher hat einen exzellenten ersten Schritt für weibliche Idols in Deutschland gemacht. Ihre Ausstrahlung fegt einen von den Füßen und ihr Sound ist im Großen und Ganzen eine erfrischende Brise in einer Branche, die sich oft zu sehr auf momentane Trends verlässt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand in jener Nacht mit dem Gefühl gegangen ist, in nicht genug Herzen gebadet zu haben. Während ich persönlich die überschwänglichen Gesten der Zuneigung zuweilen etwas kitschig fand, war es gemessen an der Reaktion des Publikums genau das, was sie wollten. Somit ist meine Meinung hier hinfällig. Nichtsdestotrotz liebe ich die Fähigkeit der Mädchen, von niedlichen Tiernachahmungen zurück in kraftvolle, düstere Musik zu hüpfen und wie sie beide Seiten in ihre Performance einfließen lassen.

Was die Organisation des Events betrifft, gibt es nicht viel zu sagen, MyMusicTaste hat tolle Arbeit geleistet. Keine Verzögerungen, alles war gut geplant und ausgeführt. Ich möchte insbesondere der Dolmetscherin ein Kompliment aussprechen. Es kann nicht leicht sein, für sieben Personen gleichzeitig zu übersetzen und sie hat es mühelos aussehen lassen.

Nach meinem Wissen gab es auch keine Vorfälle in der Menge.
Es war für alle ein gelungener Abend.


Text/Fotos: Jackie
Video: Risako

Jackie