Mein Interview mit der Künstlerin Ae Hee Lee

– Ein Text von Serdar Önsal –


Die sympathische koreanische Künstlerin und ZONTA-Preisträgerin 2016 Ae Hee Lee gab eine Kunstausstellung zu ihrem Konzept „Memory“ am Ostasieninstitut in Ludwigshafen und saß in einer Fragerunde mit Studenten für persönliche Fragen, an der ich teilnahm.

Die Künstlerin Ae Hee Lee beschreibt Träume als Gefühle oder Vorahnungen und bewegt sich mit ihrem Konzept „Memory“ auf der eigenen Identitätssuche, in der sie ihre eigenen Träume täglich und diszipliniert dokumentiert. Die Ankunft zu einem Studium in Deutschland im Jahr 2007 führte die Künstlerin, im damals für sie noch fremden Deutschland und mit der Entfernung zu ihrem Zuhause in Südkorea, zu ihrer eigenen Identitätssuche. Diese Identität stellt die Künstlerin in ihren eigenen Werken dar. Interessante Bilder, die wie gestickt und nach koreanischem Kunststil wirken, sollen Ausschnitte ihrer verschiedenen Träume darstellen. Was an ihren Werken besonders interessant ist, sind die kleinen, aber unterschiedlich großen, roten Figuren mit glitzernd blauen Augen, die sehr verspielt, aber auch ernst und vielleicht sogar ängstlich wirken. Es war ziemlich aufregend, jede einzelne Figur aufgrund der Größen in der Ausstellung zu finden und zu betrachten. Rote Figuren seien auch typisch koreanisch, so heißt es. Sie erzählte mir, dass vor allem die rote Farbe für sie eine wichtige Rolle spielt, denn diese steht für Leidenschaft und den Ehrgeiz seine Träume zu verwirklichen.

Träume verwirklichen? Das wollen auch die Studenten des Schwerpunkts Korea und haben einige Fragen für ihren Südkorea-Aufenthalt, als Teil ihres Studiums, und auch persönliche Fragen gestellt.

Die Künstlerin selbst studierte in Seoul an einer Universität und findet man solle weniger besorgt über den Aufenthalt in Südkorea sein. Die Universitäten in beiden Ländern seien sehr identisch in den Vorlesungen und in ihrer Weltoffenheit gewesen. Jedoch solle man beachten, dass man seine gelernten Koreanischkenntnisse optimal ausschöpfe; denn Lücken in der Sprache bringen verständlich keinen Vorteil. Außerdem knüpfe man mit ausgeprägtem Wortschatz viele neue Kontakte! So motivierte sie die Studenten, weiterhin engagiert und zielstrebig am Koreanisch-Sprachkurs des Ostasieninstituts teilzunehmen. Auf die persönliche Frage, was man nach einem Südkorea-Aufenthalt vielleicht vermissen könnte, antwortete die Künstlerin mit dem leckeren koreanischen Essen und den vielen Ausgehmöglichkeiten. Auch koreanische Musik höre sie gerne, zwar lägen ihre Interessen in traditionellen Liedern oder älteren Popliedern, aber auch in die Musik von EXO höre sie gelegentlich über eine Radio-App gerne rein.

Die kleinen roten Figuren haben die Ausstellung wirklich interessant gestaltet und die persönliche Fragerunde hat den Studenten viel Spaß gemacht. Ob ihr der Aufenthalt in Ludwigshafen am Rhein gefallen hat? Sie fühle sich wie zu Hause und der Ausblick vom Ostasieninstitut auf den Rhein sei wundervoll, beschreibt die junge Künstlerin Ae Hee Lee erfreut.


Bildquelle: OAI Ludwigshafen

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