Domino’s Jam: MAMA 2014

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Das Jahr neigt sich dem Ende zu und läutet damit den Beginn der Show-Saison ein. Mit den Awardverleihungen und den Gayo Daejuns kann man sich als K-Pop-Fan auf das Beste des Jahres freuen, nur noch aufregender. Remixe der „Promotional Songs“, Collaborations mit anderen Gruppen, tolle Tanzeinlagen und unglaubliche Auftritte, so jedenfalls sah es früher aus. Mittlerweile kann man das nicht mehr erwarten. Zu viele Bands, zu wenig Vorbereitungszeit, zu wenig Motivation führen letztendlich dazu, dass manche der Shows kein bombastisches Event mehr sind, sondern einfach eine längere „Music Bank“ Sendung.

Die diesjährigen MAMAs (Mnet Asian Music Awards) fallen nicht in die letztere Kategorie, aber als „bombastisches Event“ würde ich sie auf keinen Fall bezeichnen.

 

Als YG- und/oder IU-Fan kommt man dieses Jahr total auf seine Kosten: mit Epik High, WINNER und GD&Taeyang bekommt man ein halbes YG-Konzert zu sehen, aber das stört überhaupt nicht, da YG-Auftritte immer eine gute Show sind.

Auch IU hat viele Auftritte bekommen und durfte durch ihr Können strahlen. Die Collaboration mit WINNERs Mino war eine nette Überraschung und hat wirklich gut funktioniert. Da YG meistens eher gruppeninterne Kollaborationen macht, freue ich mich immer sehr, wenn es mal eine ist mit jemandem von außerhalb.

 

Aber ansonsten gibt’s nicht wirklich mehr zu bieten. Als Award-Show nimmt niemand die MAMAs wirklich ernst. Idols werden hingeschickt, wenn sie die Promotion brauchen und ein Award sich auch mal wieder gut macht (den Award bekommt man nur, wenn man dort anwesend sein kann.)

So wurden EXO geschickt, weil sie einerseits ihren Erfolg aufrechterhalten müssen, andererseits mit ihrem Auftritt von den SM-internen Skandalen wieder ablenken sollen. Doch für ganz Taetiseo zum Beispiel hat der Status der MAMAs dann doch wieder nicht gereicht. Tiffany war als Einzige da, um den Award entgegenzunehmen und John Legends Auftritt anzusagen. 3 Sekunden lang durfte sie auch singen, was auf jeden Fall mehr war als 2PM bekommen hat.

 

Den größten Beweis für mich bringt aber Starship Entertainment: SISTAR sind auf der Spitze ihrer Karriere und das haben sie unter anderem ihrem PR-Team zu verdanken. Sie sind relevant in der Szene, sie sind überall, sie haben Jobs. Keine Möglichkeit wird ausgelassen, die Mädels auf ein Event zu schicken und so sahen wir sie auch dieses Jahr bei den MAMAs. Nur da hörte die Motivation für die Show auch schon auf. Mit ihrem „Remix“ von Touch My Body wurde mir wieder deutlich gemacht, dass sich die Entertainments immer und immer weniger um das Event scheren, denn das als Remix zu bezeichnen, ist zu viel des Guten. Starship Ent. weiß wo die Prioritäten liegen und die liegen nicht bei den MAMAs.

 

Was mir wirklich ganz stark den Spaß an den Auftritten genommen hat, war die Kameraführung. Unvorteilhafte Winkel, Fokus auf die falsche Situation gelegt, die Liste könnte wirklich lang werden. Das Niveau des SBS Gayo Daejun 2013 hat es noch nicht erreicht, aber wenn ich den Bildschirm anschreie, weil die Kamera nur den Kopf eines Mitglieds zeigt, während einer Dancebreak der ganzen Gruppe, dann stimmt da was nicht. Ich sollte nicht nach Fancams suchen müssen, um mir den Auftritt anständig anschauen zu können.

Es gab Auftritte, die die Unterstützung der Kamera gebraucht hätten, um es spannend zu machen. Genauso gab es Auftritte, die trotz frustrierender Kamera es schafften, zu begeistern. Hier sind meine persönlichen Highlights:

 

Ailee – Don’t Touch Me

Mit diesem rockigen Remix hat Königin Ailee es wieder einmal geschafft, eine grandiose Show hinzulegen und etwas Feuer in die Bude zu bringen.

 

INFINITE – Infinite Spectrum, Last Romeo & Back

Ohne ein zusätzliches Set oder andere Gimmicks auf der Bühne fesselt Infinite allein durch ihre Performance. Der Award für Best Dance Performance ist wohlverdient und das beweisen sie mit diesem Auftritt.

 

EXO – Intro, Black Pearl, Tell Me What Is Love, Deep Breath & Overdose

SM Ent. weiß, wie man eine atemberaubende Performance auf die Beine stellt und die gegebene Auftrittszeit am besten nutzt. Die Koordination der Auftritte wurde hier sehr elegant gewählt und macht EXOs Auftritt zu einer eigenen, aufregenden Show. (Tut mit leid, ich konnte leider kein nicht gesperrtes Video des Auftritts finden.)

 

GD & TAEYANG – Eyes, Nose, Lips, GOOD BOY & FANTASTIC BABY

(Ja, richtig gelesen, Fantastic Baby wurde zum dritten Mal in Folge bei den MAMAs aufgeführt.) YG-Artists können die Bühne beherrschen und wissen, wie man das Publikum mitreißt. Ein wirklich toller Auftritt, der am Ende der Awards nochmal die Stimmung hebt und gute Laune macht.

 

Wer sich die Liste der Gewinner oder die Auftritte selbst anschauen möchte, dem empfehle ich diese Seite hier: http://omonatheydidnt.livejournal.com/14674827.html

 

– Domino

 

Domino