„Die Neue im Team“ – von Linda

Annyeong!

Jung Hoseok würde diesen Artikel wahrscheinlich mit einem „Hello, I’m J-Hope, I’m your hope“ eröffnen, doch da ich weder rappen, tanzen, noch so gut aussehen kann wie er, müsst ihr euch mit einem „Ich bin Linda, eure neue Gastautorin“ zufriedengeben. Eventuell stellt ihr euch jetzt die Frage, was ich denn dann kann. Deshalb lasst mich euch kurz vorstellen: Meine Eltern gaben mir im Jahre 1997 den Namen Linda, inzwischen habe ich erfolgreich mein Fachabitur bestanden und nächstes Jahr kann ich das hoffentlich auch von meinem allgemeinen Abitur behaupten.

In meiner Freizeit höre ich, oh Wunder, sehr gerne Musik, treffe mich mit Freunden und fotografiere für mein Leben gerne. Ich fotografiere schon seit einiger Zeit in eigentlich allen Bereichen, es ist unglaublich faszinierend und spannend, alles ins rechte Licht zu rücken! Ich lerne unglaublich viele Leute kennen, doch auf der anderen Seite lerne ich auch einiges über mich selbst. Was mir gefällt, was ich als anstrengend empfinde ( vor allem welche Sorte Mensch 😀 ), was mich inspiriert und wie ich meine Gedanken und Gefühle in Bildern ausdrücken kann.

Ansonsten lese ich auch sehr gerne, am liebsten mit einer Tasse Tee ( ich empfehle Earl Grey) auf dem Nachttisch und in eine Decke eingekuschelt. Zu Harry Potter sage ich nie nein, doch auch Bücher von Simon Beckett, Tess Gerritsen oder Nicholas Sparks fallen mir zum Opfer. Ich gebe zu, die Romane von Herrn Sparks triefen nur so vor kitschiger Romantik, doch manchmal ist das genau das, was ich brauche, wenn ich keine Lust auf komplizierte und tiefgründige Texte habe. Und das eine oder andere Mal ließen sie sich auch bei akutem Liebeskummer in meinen Händen wiederfinden, weil dieses ganze Liebesgedusel genau die Art übertriebenen Schmerzes war, die ich mir selbst zumuten wollte. Kein Kommentar, oder? (_)


Wie kam ich nun überhaupt auf diese Musikrichtung? Ist ja nicht so, als würde man davon andauernd etwas mitkriegen. Das habe ich meiner besten Freundin Lea zu verdanken. Vor ihr bin ich im Leben noch nicht über den Begriff „K-Pop“ gestolpert, geschweige denn, dass ich etwas davon zu hören bekommen hatte. Wir saßen nach der Schule gemeinsam im Bus, weil ich den Nachmittag bei ihr verbringen wollte. Durch die Kopfhörer verbunden hörte ich ihre Musik mit und ganz plötzlich fing dieses Lied an. Ungewöhnliche Töne. „Y’all know what it is man“ – okay, ein englisches Lied, dass ich eben noch nie zu Ohren bekommen habe, nichts besonderes. Doch dann ging’s erst so richtig los: haru jongil neol jikyeobomyeonseo…“ – Jongil WHAT??!

Zuerst dachte ich, das Englisch wäre nur etwas seltsam gewesen und ich wäre schlichtweg zu dumm, um es verstanden zu haben. Doch als immer mehr von diesen Zeilen in der eindeutig asiatischen Sprache auftauchten, musste ich kurzerhand fragen, denn normalerweise kenne ich den Musikgeschmack meiner Freunde. Dieses Lied? Eindeutig nicht normal. Und so wurde mir erklärt, dass die Sprache nicht Japanisch sei ( wie von mir sofort betitelt, Asien bestand damals bei mir nur aus Japan und China, böser Fehler, ich weiß, aber Menschen sind ja bekanntlich Opfer der Verallgemeinerung ), sondern Koreanisch. „Hero“ von Monsta X, das erste Lied, dass ich bewusst unter K-Pop kennenlernte ( unbewusst hatte ich natürlich schon Bekanntschaft mit dem nervtötenden „Gangnam Style“ gemacht x.X ).

Der Song gefiel mir, also landete er auch auf meinem Handy, aber ansonsten dachte ich nicht weiter über K-Pop nach, obwohl die Erläuterungen meiner Freundin von deutlicher Begeisterung begleitet wurden. Hin und wieder kam also dieses Hero von irgendwelchen Monstern mit A und X aus den Lautsprechern meines Smartphones. Mit der Zeit wich die anfängliche Begeisterung einer regelrechten Besessenheit bei Lea. Immer öfter tauchte K-Pop in unseren Gesprächen auf. „Der Tag war so bescheuert, dass ich erstmal ein bisschen K-Pop im Bus hören musste“ und „ich schaue grade Videos von BTS, das ist eine K-Pop-Gruppe“ sind nur zwei Beispiele von den unzähligen Malen, an denen das K-Wort fiel.


Ein Übernachtungs-Wochenende brachte den großen Wendepunkt. Zwangsweise wurde ich mit Videos und Musik überschüttet, es gab kein Entrinnen. Besonders die Band BTS ( Bangtan Boys oder auch Bangtan Sonyeondan ) hatte es meiner Freundin Lea angetan. Mich wundert es kein bisschen, dass einige Videos auf dem offiziellen Youtube-Channel „Bangtan Bomb“ heißen – ist man in Reichweite eines sogenannten ARMYs, wird man einfach mitgerissen. Ihre Songs haben auch bei mir eingeschlagen und meine Gefühle zum explodieren gebracht. Aus „Attack on Linda“ wurde ganz schnell ein „Fun Girls“, „I Need BTS“ und „Linda in Luv“. Ich hätte vorher wegrennen sollen, für ein schlichtes „N.O“ war es zu spät und zu retten war ich auch nicht mehr. Spätenstens nach „Fire“ hatte mich das Fieber gepackt und „Danger“ war ich vollkommen ausgeliefert.

Das ganze Wochenende brachte ich damit zu, so viel wie möglich über diese K-Pop-Gruppe herauszufinden. Was natürlich damit begann, die Mitglieder auseinanderzuhalten. „Hä?! Die sehen doch alle gleich aus!!“ – dieser Satz erscheint mir jetzt vollkommen bescheuert und doch habe ich ihn zig mal über die Lippen gebracht, wenn ich verzweifelt vor einem neuem Gruppenbild saß und versuchte, auch nur einen von ihnen zu erkennen. An dieser Stelle mal ein großes Dankeschön an Lea, die große Geduld mit mir hatte *(^_^)*. Umso größer war die Freude, als ich endlich anfing, den einen oder anderen richtig benennen zu können.

Tag und Nacht sahen wir uns Videos an, „Weekly Idol“, „After School Club“ und diverse Musikvideos, bis ich schließlich alle BTS-Mitglieder fehlerfrei benennen konnte. Und so wurden die Bangtan Boys zu meiner ersten Band, die ich wirklich kennen und lieben lernte. Inzwischen sind viele K-Pop-Bands dazugekommen, auch wenn diese BTS nicht von meinem persönlichen Thron stoßen können ( ¬‿¬). Und so war das mit meiner Entdeckung von K-Pop.
Ist eure Geschichte ähnlich? Es würde mich sehr interessieren, wie andere zu dieser Musikrichtung gekommen sind!

In diesem Sinne möchte ich mich schon mal bei euch Lesern bedanken und beende meinen Artikel hier, ich freue mich schon darauf, weitere für euch zu verfassen!

Bis bald also

Eure Linda

PS: Fighting! (͠° ͟ل͜ ͡°)

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